Ob Sie einen Vertrag an einen Kunden senden oder Urlaubsfotos mit der Familie teilen, die Ordnerfreigabe per Link gehört zu den Funktionen, die QNAP NAS-Nutzer am häufigsten verwenden. Dennoch fragen sich viele insgeheim dasselbe: „Ist es tatsächlich sicher, einfach einen Freigabelink zu öffnen?“
Das ist eine berechtigte Frage. Tatsächlich hängt die Sicherheit eines Links selten vom Link selbst ab – sondern davon, wie Sie ihn einrichten. Dieser Artikel erklärt Ihnen, was hinter einem Freigabelink passiert, welches Sicherheitsrisiko Sie vermeiden sollten und welche zwei wirklich sicheren Möglichkeiten es zum Teilen gibt.
1. Was hinter einem Freigabelink steckt: eine Tür zu Ihrem NAS
Wenn Sie einen Freigabelink in File Station erstellen, verwendet Ihr NAS den myQNAPcloud-Dienst, um die beste Verbindungsmöglichkeit für denjenigen zu ermitteln, der den Link öffnet. Es versucht dabei der Reihe nach:
- Eine direkte lokale Verbindung – wenn sich der Besucher im selben Netzwerk wie Ihr NAS befindet.
- Ihre DDNS-Adresse – wenn Ihr NAS direkt über das Internet erreichbar ist.
- Ein myQNAPcloud-Relay – wenn keine der oben genannten Methoden funktioniert, leiten die Server von QNAP die Daten weiter, sodass der Besucher niemals die eigene Adresse Ihres NAS benötigt oder sieht.
Mit anderen Worten: Ein Freigabelink ist eine Tür zu einer Datei auf Ihrem NAS. Ob diese Tür sicher ist, hängt von den Schlössern ab, die Sie daran anbringen.
2. Diese Falle sollten Sie vermeiden: Ihr NAS direkt dem Internet aussetzen
Um das Teilen möglichst einfach zu machen, richten manche Nutzer manuell eine Portweiterleitung auf ihrem Router ein und machen das NAS direkt aus dem Internet erreichbar. Dies ist der riskanteste Ansatz.
Das Kernproblem: Sobald Ihr NAS direkt aus dem öffentlichen Internet erreichbar ist, kann es von automatisierten Scannern gefunden werden und wird zum Ziel für Passwort-Brute-Force-Angriffe, Exploits bekannter Sicherheitslücken und sogar Ransomware – unabhängig davon, ob Sie gerade etwas teilen oder nicht.
Es gibt auch ein weniger offensichtliches Risiko, das für jeden Link gilt: Ein Link ohne Passwort und ohne Ablaufdatum kann weitergeleitet, veröffentlicht oder noch lange nach dem Zeitpunkt entdeckt werden, an dem er eigentlich hätte ablaufen sollen. Der Link kann nicht erkennen, wer sich am anderen Ende befindet – daher liegt diese Aufgabe bei den von Ihnen gewählten Einstellungen.
3. Sichere Methode Nr. 1: myQNAPcloud Link + Passwort + Ablaufdatum
| [Szenario: Einen Vertrag in letzter Minute an einen Kunden senden] Amy betreibt ein kleines Designstudio und muss einem Kunden sofort eine große Vertragsdatei schicken. Sie möchte dafür keine Routereinstellungen ändern und auf keinen Fall ihr Firmen-NAS ungeschützt dem Internet aussetzen. |
Die einfachste sichere Option: Ihre Dateien bleiben auf Ihrem NAS, und myQNAPcloud übernimmt die Verbindung für Sie – inklusive Relay. So müssen Sie weder Ports öffnen noch Ihr NAS direkt dem Internet aussetzen. Wenn Sie den Link erstellen, fügen Sie jedes Mal zwei Schutzmechanismen hinzu:
- Ein Passwort festlegen – nur Personen, denen Sie das Passwort geben, können den Link öffnen, selbst wenn die URL weitergeleitet wird.
- Ein Ablaufdatum festlegen – der Link funktioniert nach dem von Ihnen gewählten Datum automatisch nicht mehr, sodass Ihnen alte Links später keine Probleme bereiten können.

Abbildung 1: Ordner in File Station mit der rechten Maustaste anklicken → „Share“ → „Create share link only“

Abbildung 2: Im Fenster „Create share link only“ den Linknamen, das Ablaufdatum („Expire in“) und das Passwort („Enter password“) festlegen
Ideal für: schnelles, gelegentliches Teilen von Dateien, die auf Ihrem NAS gespeichert sind. Hinweis: Das kostenlose myQNAPcloud-Relay hat eine Bandbreitenbegrenzung und eignet sich daher besser für kleinere Übertragungen als für das Versenden sehr großer Dateien an viele Personen.
Weiterführende Informationen: Freigabelinks in File Station erstellen (offizielles Tutorial)
4. Sichere Methode Nr. 2: Teilen aus dem myQNAPcloud-Cloud-Speicher – Ihr NAS bleibt verborgen
| [Szenario: Regelmäßige Lieferung großer Dateimengen] Alex ist freiberuflicher Fotograf und liefert jede Woche große Mengen fertiger Arbeiten an verschiedene Kunden. Er möchte, dass das Teilen schnell und zuverlässig funktioniert – ohne dass der Download-Verkehr der Kunden sein eigenes NAS belastet. |
Die stärkste Trennung erreichen Sie, wenn Sie aus der Cloud statt von Ihrem NAS teilen. Mit einem Abonnement für den myQNAPcloud-Cloud-Speicher liegt eine Kopie der Datei in der QNAP Cloud, und die Personen, mit denen Sie teilen, laden sie von dort herunter. Diese Personen verbinden sich nie mit Ihrem NAS – Ihr Gerät bleibt vollständig außen vor.

Abbildung 3: In den „Sharing Settings“ von myQNAPcloud Storage die Zugriffsberechtigung und das Ablaufdatum festlegen sowie bestimmte QNAP IDs einladen
Ideal für: Teilen mit Personen außerhalb Ihres Haushalts oder Unternehmens, häufiges oder umfangreiches Teilen oder wenn Sie Ihr NAS einfach privat halten möchten. Passwortschutz und Ablaufdatum lassen sich auch hier festlegen.
Zu den Preisen: myQNAPcloud Storage beinhaltet 16 GB kostenlosen Speicherplatz, aber die Freigabefunktion erfordert einen kostenpflichtigen Tarif (einen kostenpflichtigen myQNAPcloud-Storage-Tarif oder myQNAPcloud One).
Mehr erfahren & Preise anzeigen: myQNAPcloud Storage | myQNAPcloud One
5. Kurzübersicht: Welche Methode passt zu Ihnen?
| Vorgehensweise | Funktionsweise | Ideal für | Gut zu wissen |
| Das NAS direkt aus dem Internet erreichbar machen (Portweiterleitung) | Macht Ihr NAS aus dem öffentlichen Internet erreichbar | Nicht empfohlen | Größte Angriffsfläche – vermeiden |
| myQNAPcloud Link + Passwort + Ablaufdatum | Dateien bleiben auf Ihrem NAS; QNAP übernimmt die Verbindung/das Relay; Besucher benötigen nie die Adresse Ihres NAS | Schnelles, gelegentliches Teilen | Kostenlos; Relay-Geschwindigkeit ist bei großen Übertragungen begrenzt |
| Freigabe über den myQNAPcloud-Cloud-Speicher | Eine Kopie befindet sich in der Cloud; Empfänger laden aus der Cloud herunter, nicht von Ihrem NAS | Externe oder häufige Freigabe; Ihr NAS bleibt privat | Erfordert einen kostenpflichtigen myQNAPcloud-Tarif |
6. Ihre Checkliste für sicheres Teilen
- Legen Sie immer ein Passwort für Ihre Freigabelinks fest.
- Legen Sie immer ein Ablaufdatum fest.
- Teilen Sie gezielt nur die Datei oder den Ordner, die Sie tatsächlich teilen möchten – nicht einen ganzen Freigabeordner.
- Verzichten Sie auf manuelle Portweiterleitungen und überlassen Sie den Verbindungsaufbau myQNAPcloud Link.
- Halten Sie QTS/QuTS und Ihre Apps auf dem neuesten Stand.
- Verwenden Sie ein starkes Administratorpasswort und aktivieren Sie die 2-Schritt-Verifizierung.
- Überprüfen und löschen Sie alte Freigabelinks, die Sie nicht mehr benötigen.
- Für sensible oder externe Freigaben: Teilen Sie aus dem Cloud-Speicher, damit Ihr NAS privat bleibt.
Fazit
Ein Freigabelink kann absolut sicher sein – der Unterschied liegt im Detail. Setzen Sie Ihr NAS zunächst niemals direkt dem Internet aus. Für alltägliche Freigaben nutzen Sie einen myQNAPcloud Link mit Passwort und Ablaufdatum. Und wenn Privatsphäre am wichtigsten ist, teilen Sie aus dem myQNAPcloud-Cloud-Speicher, sodass Ihr NAS nie ins Spiel kommt. Wählen Sie die Methode danach, wie sensibel die Dateien sind und mit wem Sie teilen, und Sie erhalten Komfort und Sicherheit zugleich.