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Intelligente Zeitplanung für die Stromversorgung von Remote-NAS-Systemen

Bevor wir in das Thema einsteigen, möchten wir mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufräumen: Muss ein NAS wirklich ausgeschaltet werden?

Die Antwort lautet: Es kommt auf Ihre Nutzungsanforderungen an. Moderne NAS-Geräte sind sowohl in der Hardware als auch in der Software hochoptimiert und verfügen über ein effizientes Energiemanagement. Selbst bei dauerhaftem Betrieb arbeitet das System effizient und ohne nennenswerte Energieverschwendung. Häufiges Ein- und Ausschalten wirkt sich zudem nicht auf die Lebensdauer der Hardware des NAS aus, sodass Sie keine Angst vor Schäden haben müssen – vorausgesetzt, das Herunterfahren erfolgt korrekt.

Wann sollten Sie Ihr NAS also tatsächlich herunterfahren? Die folgenden Situationen gehören zu den häufigsten:

1. Für Sicherheit

In der branchenweit empfohlenen 3-2-1-1-0-Backup-Strategie ist eine vom Netzwerk getrennte Offline-Sicherung ein entscheidender Bestandteil, da sie sicherstellt, dass die Daten für externe Bedrohungen unzugänglich bleibt – ähnlich wie der Saatgut-Tresor im arktischen Doomsday-Bunker.

Um ein NAS vom Netzwerk zu trennen, können Sie dies entweder über Ihre Netzwerk-Ausrüstung konfigurieren oder eine Kombination aus einem QNAP Qhora Router und dem NAS verwenden, um regelmäßige Netzwerk-Ein/Aus-Zyklen zu planen und so das NAS effektiv vom Netzwerk zu isolieren. Darüber hinaus gibt es sogar eine noch einfachere Methode: Schalten Sie das NAS aus und lassen Sie es nicht eingeschaltet, wenn es nicht genutzt wird, um zu verhindern, dass es von Angreifern erreicht werden kann.

2. Vermeidung von Stromausfällen

Ein NAS befindet sich nicht zwangsläufig in einem ständig mit Strom versorgten Daten-Zentrum, und in manchen Unternehmen wird der Hauptstrom nach Feierabend abgeschaltet. In solchen Fällen kann es passieren, dass das NAS unsachgemäß herunterfährt, was die Daten beschädigen könnte.

Daher ist das Herunterfahren des NAS vor einem Stromausfall tatsächlich die sicherere Vorgehensweise, da zumindest der Abschaltvorgang ordnungsgemäß durchgeführt wird.

3. Maximale Energieeinsparung

Ein typisches Desktop-NAS ist sehr energieeffizient; im Standby-Modus liegt der Stromverbrauch möglicherweise unter 10 Watt. Einige Nutzer sind jedoch der Meinung, dass null Watt immer besser sind als zehn Watt – wenn ein Gerät nicht genutzt wird, sollte es keinen Strom verbrauchen. Das ist in der Tat ein nachvollziehbares Argument.

Ein häufigeres Szenario ist, dass einige NAS-Enthusiasten ihre Geräte im Schlafzimmer aufstellen. In der Nacht, wenn es ruhig ist, können die Betriebs-LEDs oder das leise Geräusch der drehenden Festplattenlaufwerke störend wirken. In solchen Fällen ist das einfache Herunterfahren die effektivste Lösung, um das Problem endgültig zu beheben.

Remote-Abschaltung ist sehr einfach

Befindet sich der Bediener neben dem NAS, ist das Ein- oder Ausschalten über den physischen Netzschalter der direkteste Weg. Aber was, wenn das NAS unbeaufsichtigt ist? Solange Sie eine Verbindung zum NAS herstellen können, ist eine Remote-Abschaltung problemlos möglich.

In der QTS-Oberfläche stehen Optionen zum Neustart und Herunterfahren zur Verfügung. Solange das angemeldete Konto über Administratorrechte verfügt, genügt ein Klick auf die Herunterfahren-Option, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Das Planen eines Herunterfahrens ist ebenfalls sehr einfach. In „Systemsteuerung“ → „System“ → „Stromversorgung“ → „Zeitplan für Stromversorgung“ können Sie detaillierte Einstellungen mit minutengenauer Präzision konfigurieren und diese auf tägliche Ausführung festlegen.

Das Herunterfahren über diese Standardmethoden ist in der Regel sicherer. Der Grund dafür ist, dass entweder eine Bestätigungsabfrage erscheint oder eine Kulanzzeit von mehreren Sekunden gewährt wird, anstatt wie beim physischen Netzschalter sofort zu wirken. Diese Art des Herunterfahrens schadet weder dem Festplattenlaufwerke noch treten Probleme auf Dateisystemebene auf, da das System vor dem Herunterfahren automatisch alle im Speicher befindlichen Daten, die auf das Platte gespeichert werden müssen, zurückschreibt und so die Integrität des Dateisystems gewährleistet.

Auf Anwendungsebene ist jedoch Vorsicht geboten. Wenn beispielsweise eine Datei heruntergeladen wird, wird das Herunterfahrsignal gesendet, ohne auf den Abschluss des Downloads zu warten. Die Art und Weise, wie ein NAS das Herunterfahren handhabt, unterscheidet sich nicht wesentlich von einem Computer.

Für Anwender, die lieber die Befehlszeile nutzen oder Skripte schreiben, kann das NAS mit Befehlen wie shutdown oder poweroff heruntergefahren werden. Durch den Einsatz von Skripten sind flexiblere Anwendungen möglich – zum Beispiel kann beim Herunterfahren des Computers ein Skript gleichzeitig einen Herunterfahrbefehl per SSH an das NAS senden, sodass beide Geräte nicht mehr manuell ausgeschaltet werden müssen.

Remote-Einschalten erfordert Netzwerkunterstützung

Der Grund, warum das ferngesteuerte Herunterfahren einfacher ist als das ferngesteuerte Einschalten, liegt darin, dass wir, solange der NAS läuft, viele komplexe Operationen durchführen können, während im ausgeschalteten Zustand nur sehr wenig möglich ist, bis das Gerät wieder eingeschaltet wird. Wenn Sie also planen, einen NAS an einem unbeaufsichtigten Ort zu platzieren und ihn dennoch herunterfahren möchten, sollten Sie zunächst überlegen, wie Sie ihn wieder einschalten können.

Die Methode zum geplanten Einschalten wurde bereits im vorherigen Abschnitt vorgestellt. In derselben Einstellungsoberfläche gibt es auch eine Option „Stromwiederherstellung“. Ähnlich wie bei den Einstellungen auf den meisten Computer-Mainboards legt diese Funktion fest, wie der NAS reagiert, wenn nach einem Stromausfall die Stromversorgung wiederhergestellt wird.

Hier bezieht sich ein Stromausfall auf einen unerwarteten Stromverlust, der zu einem unsachgemäßen Herunterfahren des NAS führt, wie etwa bei einem Blackout oder wenn das Netzkabel abgezogen wird. Jeder Shutdown, der nicht dem im vorherigen Abschnitt beschriebenen ordnungsgemäßen Verfahren folgt, kann als Stromausfall eingestuft werden.

Umgekehrt gilt: Bei einem NAS, der ordnungsgemäß heruntergefahren wurde, greifen diese Optionen nur, wenn während des ausgeschalteten Zustands ein Stromausfall und anschließend eine Wiederherstellung auftritt. In diesem Fall können Sie den NAS aus der Ferne nur dann einschalten, wenn Sie eine smarte Steckdose verwenden, um die Stromversorgung zu unterbrechen und wiederherzustellen, oder über Wake-on-LAN (WOL).

WOL, kurz für Wake-on-LAN, funktioniert, indem Netzwerkpakete auf niedriger Ebene an die Netzwerkkarte gesendet werden, die dann den Computer aufweckt. Es ist seit Langem eine Standardmethode, um Geräte in der Netzwerk-Welt aus der Ferne einzuschalten. Allerdings gibt es dabei einige typische Einschränkungen:

1. Kein Aufwecken über die drahtlose Netzwerkschnittstelle des NAS möglich

WOL funktioniert, weil die kabelgebundene Ethernet-Karte des NAS auch im ausgeschalteten Zustand mit Strom versorgt wird und so Pakete empfangen und weitere Aktionen ausführen kann. Die meisten drahtlosen Netzwerkkarten werden im ausgeschalteten Zustand jedoch nicht mit Strom versorgt und unterstützen keine Aufweckfunktion, was es schwierig macht, den NAS über WLAN aufzuwecken.

Beachten Sie, dass sich das hier erwähnte drahtlose Netzwerk darauf bezieht, wie der NAS selbst mit dem Netzwerk verbunden ist. In den meisten Fällen ist ein NAS weiterhin per Kabel mit dem LAN verbunden, während ein mobiles Gerät per WLAN verbunden sein und dennoch erfolgreich ein WOL-Signal senden kann. Wenn der NAS jedoch über eine drahtlose Netzwerkkarte mit dem LAN verbunden ist, wäre das Aufwecken per WOL äußerst schwierig.

2. WOL erfordert einige Konfigurationen

WOL funktioniert hauptsächlich, indem Pakete an die MAC-Adresse der Netzwerkkarte gesendet werden. Um daher ein NAS im LAN vom WAN aus zu wecken, muss der Router für das entsprechende Port-Forwarding konfiguriert werden. Diese Vorgehensweise hängt von den Konfigurationsmöglichkeiten des Router ab, sodass einige Einsteigermodelle die erforderlichen Funktionen möglicherweise nicht vollständig unterstützen, was zu fehlgeschlagenen Weckversuchen führen kann.

Abgesehen von den Umgebungsbeschränkungen gibt es zahlreiche Drittanbieter-Tools und Apps, mit denen Geräte per WOL geweckt werden können. Qfinder Pro verfügt selbst über eine integrierte WOL-Funktion für QNAP NAS, sodass Sie diese Aufgabe auf einem Computer oder Mobilgerät ausführen können, ohne Befehle über die Kommandozeile eingeben zu müssen.

Ebenso stehen auch Kommandozeilen-Tools für Wake-on-LAN zur Verfügung, was es Power-Usern erleichtert, Skripte zur Integration zu schreiben. Beispielsweise kann ein NAS automatisch geweckt werden, wenn ein Computer eingeschaltet wird, und solange sich beide Geräte im selben LAN befinden, ist dies problemlos möglich. Windows PowerShell kann direkt ein Modul installieren, um diese Funktion zu aktivieren:

Installieren
Install-Module -Name WakeOnLan -Scope CurrentUser

Grundlegende Nutzung
Invoke-WakeOnLan -MacAddress „00-11-22-33-44-55“

Tatsächlich ist es angesichts zunehmend verbreiteter Ransomware und automatisierter Angriffe oft die stärkste Form des physischen Schutzes, offline zu sein. Durch geplantes Ein- und Ausschalten lässt sich die Zeit, in der ein Gerät dem Netzwerk ausgesetzt ist, reduzieren – eine kosteneffiziente Methode, die sowohl Hardware- als auch Technikkosten senkt. „Der sicherste Server ist ein Offline-Server und die energieeffizienteste Hardware ist Hardware, die ausgeschaltet ist.“ Wenn Sie die oben beschriebenen Software- und Hardwarefunktionen flexibel und bedarfsgerecht einsetzen, finden Sie die optimale Balance zwischen Cybersicherheit, Stromverbrauch und Zugänglichkeit – ohne sich von der veralteten Vorstellung leiten zu lassen, dass ein NAS rund um die Uhr laufen muss.

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